Lostplace Fotografie - Einsteigerguide

#1
In einem Lostplace zu fotografieren ist eine Sache für sich. Meistens hast du es hier mit
widrigen Lichtverhältnissen zu tun. Das erfordert ein anderes umgehen mit deine Kamera,
als du es vielleicht aus dem ein oder anderen Tutorial gelernt hast.

Sicher kennst du das:
Du bist unterwegs,machst viele Bilder und zuhause zeigt sich dann -
unscharf,verwackelt, griesig.

Hier möchte ich dir erklären, wie ich meine Bilder mache.
Und vielleicht hilft dir das in Zukunft genau das umzusetzen, was
du dir vorstellst und wie du es dir vorstellst.


Doch zuerst muss ich dir ein paar Vokabeln vorstellen. Ohne diese wäre es
zu verwirrend.

Wenn du diese schon kennst, kannst du ja einfach weiterscrollen.


Belichtungszeit
Die Belichtungszeit ist die Zeit in dem die Kamera ihren Verschluss offen lässt.
Während dieser Zeit fällt Licht auf den Sensor. Die sog. Belichtungszeit lässt sich
bei den meisten Kameras zwischen 1/8.000 Sekunde und 30 Sekunden einstellen.


ISO
Kurz und knapp gesagt, regelst du über den ISO die Lichtempfindlichkeit.
Da es sich hierbei um ein komplexeres Thema handelt, verweise ich an dieser
Stelle auf einen Link.
https://www.foto-kurs.com/iso-empfindlichkeit.htm


Blende
Die Blende regelt, wie weit das Objektiv geöffnet wird. Je weiter das Objektiv geöffnet ist,
umso mehr Licht wird auf den Sensor der digitalen Kamera fallen. Wenn Fotografen von
der Blende sprechen, dann hört man da auch immer so interessante Zahlen wie f/1,4
oder f/8. „f/“ ist einfach die Bezeichung für die Blende.



Nachdem du dich jetzt mit den ersten Fotovokabeln vertraut gemacht hast,
erkläre ich dir wie ich fotografiere und wieso.

Prinzipiell überschreite ich einen ISO von 400 nicht. Man kann höher gehen,
aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass dies nur ein Kompromiss ist:
Helleres Bild für schlechtere Qualität.
Idealerweise bleibe ich also bei einem ISO von 100 und sorge durch eine längere Belichtung
für hellere Bilder.
Die längere Belichtung erfordert allerdings ein Stativ.
Vielleicht kannst du deine Kamera für eine kurze Zeit still halten.
Aber wenn es bei der Belichtung in den Sekundenbereich geht, hast du keine Chance.

Also, du brauchst ein Stativ.

Dadurch habe ich bereits die schlimmsten Störfaktoren in den Bildern beseitigt.
Kein griesiges Rauschen durch niedrigen ISO und scharfe BIlder durch ein Stativ.
Ausreichend helle Bilder durch ein Stativ und eine längere Belichtung, welche durch
eben das Stativ möglich wird.

Das kombiniere ich mit einer Blende von idealerweise F8.0 und sorge so für eine
perfekte Tiefenschärfe - zumindest für mein Empfinden.
Aber auch hier hinterlasse ich dir einen Link der etwas tiefer ins Thema geht.
https://www.foto-kurs.com/schaerfentief ... grafie.htm


Als Faustregel habe ich mir also angewöhnt:
F8.0, ISO 100 + angepasste Belichtungszeit.

Jetzt hast du aber manchmal kaum bis kein Licht. Was machst du jetzt?
Mit dem Blitz fotografieren? Kannst du machen, jedoch nimmst du so sämtliche Schatten aus
deinem Bild, wodurch es unnatürlich wirkt. Und wenn du jetzt noch ein größeres Objekt im Vordergrund hast,
ist das Anfänger Bild perfekt.
Überbelichtetes Motiv im Vordergrund, schwarzer Hintergrund. Da kannst du natürlich gezielt nutzen,
aber du möchtest das nicht auf all deinen Bildern. Schon gar nicht, wenn du eine koplette Szene zeigen
möchtest.

Entweder du besorgst dir also ein Objektiv mit einer Festbrennweite oder eine Taschenlampe.

Da du zweiteres aber sowieso bei dir haben solltest, allein aus Sicherheitsgründen, erkläre ich dir
wie du diese effektiv nutzen kannst.


Zusätliches belichten mit der Taschenlampe
Ich nutze dafür die Walther PL70. Diese stelle ich auf den maximalen Streuungswinkel.
Damit erhelle ich meine Umgebung schon enorm.
Jetzt stelle ich meine Kamera ein.

ISO 100, F8.0, 10"0 - 13"0 Belichtungszeit. (Dafür entwickelst du ein Gefühl)
Ich löse aus und warte bis das Bild fertig ist. Jetzt sehe ich eine Referenz:
Zu hell oder zu dunkel.

Gehen wir davon aus, das Bild ist zu dunkel. Jetzt kannst du alle Einstellungen ändern und nochmal
auslösen.
Wir wollen aber bei der Blende und dem ISO nichts verändern, wodurch jetzt die Taschenlampe ins Spiel kommt.
Ich behalte die Einstellungen, wie sie sind, löse aus und belichte zusätlich mit der Taschenlampe.
Dadurch "wedele" ich quasi meine Umgebung in schnellen Bewegungen ab. Wichtig ist, dass ich dabei
nicht zu lange auf eine Stelle bleibe um diese nicht übermäßig zu belichten.

Ich warte auf daas Foto und schaue, wie sich die Lichtverhältnisse verändert haben und passe basierend auf diesem
Ergebnis die Belichtungszeit an.
Ist das Bild immer noch zu dunkel, belichte ich einfach länger, ist es zu hell - kürzer.

Die meisten Kameras belichten für bis zu 30 Sekunden - 30"0
Das reicht auch meistens völlig aus. Sollten 30 Sekunden allerdings durch Taschenlampe
immer noch zu dunkel sein, oder möchtest du einfach ohne Taschenlampe länger belichten
haben die meisten Kameras auch einen BULB Modus.
Dieser lässt dich kurz gesagt so lange belichten wie du den Auslöser gedrückt hältst.
Du findest den BULB Modus indem du das Rädchen für die Belichtungszeit über die 30 Sekunden
hinaus drehst.

Für diesen Modus empfehle ich dir allerdings einen Fernauslöser, da du unmöglich den Auslöser für eine
längere Zeit gedrückt halten kannst, ohne zu wackeln.


Wenn du das nächste Mal unterwegs bist, kannst du dich ja einfach mal an diesem kleinen Tutorial orientieren und mir
deine Ergebnisse zeigen, wenn ich dir geholfen habe. Würde mich zumindest sehr freuen.

Selbstverständlich kannst du mir hier auch weitere Fragen stellen, falls irgendetwas unklar geblieben ist.

Pat
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